Napier-AI-Index: Geldwäsche im Vereinigten Königreich entsprach 5,16 % des BIP

26 Oktober 2026
Nachrichten
Napier-AI-Index: Geldwäsche im Vereinigten Königreich entsprach 5,16 % des BIP

Die durch Geldwäsche verursachten Verluste im Vereinigten Königreich sind im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesunken, bleiben aber hoch. Laut dem Napier AI / AML Index 2026–2027, den der Regtech-Anbieter Napier AI gemeinsam mit GlobalData erstellt hat, beliefen sich die Verluste 2025 auf geschätzte 154,83 Mrd. GBP oder 5,16 % des BIP. 2024 lag der Anteil bei 5,53 %. Im Ranking der 42 untersuchten Märkte verbesserte sich das Vereinigte Königreich um zehn Plätze.

Niedrigere Compliance-Kosten, aber ungenutzte Einsparungen durch KI

Die Kosten für die Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) sanken im Vereinigten Königreich um 7,7 % von 6,37 Mrd. GBP auf 5,88 Mrd. GBP. Gleichzeitig bleiben geschätzte 3,08 Mrd. GBP an möglichen Einsparungen durch den Einsatz von KI in Compliance-Prozessen ungenutzt. Unter den 42 untersuchten Märkten ist dies die sechstgrößte Chance.

Der Index nennt drei wichtige Typologien der Finanzkriminalität im Vereinigten Königreich: die Kontrolle grenzüberschreitender Konten im Zusammenhang mit Waffenhandel, den Einsatz von Personen als Finanzkuriere in Verbindung mit Ausbeutung und Menschenhandel sowie den Kauf hochwertiger Waren mit Erträgen aus illegalem Handel und Produktfälschungen.

Regulatorische Pflichten bestimmen weiterhin die AML-Ausgaben. Für 64 % der Institute war die Erfüllung regulatorischer Anforderungen die wichtigste Investitionspriorität im AML-Bereich. 20 % priorisierten neue Technologien, 12 % die Einstellung und Schulung von Mitarbeitern. Gleichzeitig gaben 68 % der Fachleute für Finanzkriminalität an, dass ihre AML-Systeme die Datenanforderungen von KI unterstützen können.

Greg Watson, CEO von Napier AI, erklärte, Konflikte und Veränderungen bei Sanktionsregimen schafften Lücken, die Kriminelle ausnutzen könnten. Länder könnten es sich nicht leisten, nachlässig zu werden.

Das Vereinigte Königreich im Vergleich zu anderen Märkten

Das Vereinigte Königreich lag vor Frankreich auf Platz 31 und Deutschland auf Platz 34. Spanien (Platz 3), Italien (Platz 9) und die Niederlande (Platz 19) schnitten besser ab. Deutschland und Frankreich gaben etwa 4,5- beziehungsweise 3,4-mal so viel für Compliance aus wie das Vereinigte Königreich, verzeichneten jedoch geringere Verluste im Verhältnis zum BIP.

Irland belegte Platz 30. Dort stiegen die Verluste von 4,28 % auf 4,48 % des BIP. Unter den Märkten des Commonwealth lag das Vereinigte Königreich hinter Kanada (Platz 2), Australien (Platz 15) und Neuseeland (Platz 20), aber vor Singapur (Platz 27), Indien (Platz 33) und Südafrika (Platz 37).

Daten und erklärbare KI

Dem Index zufolge könnten weltweit geschätzte 3,05 Billionen USD zurückgewonnen werden, wenn alle untersuchten Märkte die AML-Leistung der stärksten Länder erreichten.

Dr. Janet Bastiman, Chief Data Scientist bei Napier AI und Leiterin der Indexstudie, sagte, höhere Compliance-Ausgaben allein seien keine Lösung. Eine bessere Erkennung und durch KI unterstützte Daten könnten Teams einen klareren Blick auf Risiken ermöglichen. Zudem müsse KI erklärbar sein: Jede automatisierte Entscheidung müsse von einer Aufsichtsbehörde geprüft werden können und einer verantwortlichen Person zugeordnet sein.

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