Bleap startet Stablecoin-basierte Transfers zwischen Brasilien und Europa
Bleap hat einen neuen Transferkorridor zwischen Brasilien und Europa gestartet, bei dem Stablecoins für die grenzüberschreitende Abwicklung eingesetzt werden. Der Service ermöglicht es Brasilianern, die in Europa leben, Geld aus Brasilien zu transferieren, ohne den internationalen Teil der Transaktion über eine auf SWIFT basierende Bankinfrastruktur abzuwickeln.
Das Unternehmen richtet sich damit an einen Bereich des Überweisungsmarktes, der traditionell von Korrespondenzbankennetzwerken abhängig ist. Nach Angaben von Bleap kann dieses Modell bei kleineren privaten Überweisungen vergleichsweise hohe Kosten verursachen, insbesondere wenn mehrere Finanzinstitute an der Zahlungskette beteiligt sind.
Stablecoins ersetzen die internationale Abwicklung über SWIFT
Bei traditionellen grenzüberschreitenden Zahlungen sendet eine Bank in einem Land häufig Zahlungsanweisungen über SWIFT an eine Bank in einem anderen Land. Die eigentliche Abwicklung erfolgt separat zwischen den beteiligten Finanzinstituten.
Anbieter, die in einen neuen Markt eintreten, müssen in der Regel zwischen der Nutzung von Korrespondenzbanken und dem Aufbau einer lokal lizenzierten Einheit wählen. Korrespondenzbanken reduzieren den Bedarf an eigener lokaler regulatorischer Infrastruktur, können jedoch mehrere Intermediäre, zusätzliche Gebühren und längere Bearbeitungszeiten mit sich bringen.
Bleap nutzt ein anderes Modell. Stablecoins werden für den grenzüberschreitenden Abwicklungsschritt eingesetzt, während lokale Partner die Umwandlung in die jeweilige Landeswährung und die Auszahlung über nationale Zahlungssysteme übernehmen.
PIX-Zahlungen können innerhalb von Sekunden auf einem Euro-Konto ankommen
In Brasilien senden Kunden brasilianische Real über PIX, das nationale Echtzeit-Zahlungssystem. Nach Angaben von Bleap kann der entsprechende Betrag anschließend innerhalb von Sekunden dem Bleap-Konto des Kunden in Euro gutgeschrieben werden.
Das Unternehmen gibt an, dass die Transfers zum Devisenmittelkurs ausgeführt werden, ohne Transfergebühr und mit 0 % IOF, der brasilianischen Steuer auf Finanztransaktionen. Die Stablecoin-Infrastruktur arbeitet im Hintergrund und ist für den Endkunden nicht sichtbar.
Damit werden nationale Zahlungssysteme am Anfang und am Ende der Transaktion genutzt, während Stablecoins den grenzüberschreitenden Werttransfer übernehmen. Der auf SWIFT und Korrespondenzbanken basierende internationale Abwicklungsschritt entfällt.
Die Transferfunktion ist Teil des umfassenderen Bleap-Kontos
Der neue Korridor wurde in das breitere Finanzkonto-Angebot von Bleap integriert. Das Unternehmen bietet bereits weltweite Kartenzahlungen ohne Fremdwährungsgebühren, Cashback von bis zu 20 %, USD-Sparkonten und Anlageprodukte an. Sparkonten in EUR sind ebenfalls geplant.
Der Service wird über ein Konto mit europäischer IBAN angeboten. Brasilianische Kunden können mit einer CPF-Nummer und einem brasilianischen Ausweisdokument ein Konto eröffnen, ohne ein europäisches Aufenthaltsvisum zu besitzen, sofern die erforderlichen Verifizierungsprüfungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Bleap hat mehr als 7,6 Millionen Euro eingesammelt
Seit Ende 2024 hat Bleap in zwei Finanzierungsrunden mehr als 7,6 Millionen Euro aufgenommen. Zunächst sicherte sich das Unternehmen eine Pre-Seed-Runde über 2,1 Millionen Euro unter der Führung von Ethereal Ventures. Danach folgte eine Seed-Runde über 5,5 Millionen Euro unter der Führung von Blossom Capital.
Das Unternehmen berichtet von mehr als 70.000 Nutzern. Bleap will das Kapital für weiteres Kundenwachstum und für die Einführung zusätzlicher Transferkorridore auf Basis desselben Stablecoin-Abwicklungsmodells einsetzen.
Stablecoins werden zunehmend Teil der Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen
Der Start des neuen Dienstes ist Teil einer breiteren Entwicklung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Fintech-Unternehmen setzen Stablecoins ein, um Zahlungen außerhalb traditioneller Korrespondenzbankennetzwerke abzuwickeln.
Dabei wird der Wert zwischen verschiedenen Märkten über blockchainbasierte Assets übertragen, während Kunden weiterhin lokale Währungen über nationale Zahlungssysteme senden und empfangen. Dieses Modell wird zunehmend von Überweisungsanbietern und Neobanken geprüft, die Kosten senken und internationale Transfers vereinfachen wollen, insbesondere bei kleineren Zahlungen von Privatkunden.
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